IGNAZ PLUHAR

ist der Adoptiv-Enkelsohn von Erika Pluhar. Er ist ein Saharoui, also Nordafrikaner, seine Vorfahren stammen aus Westsahara (ehemals spanische Kolonie, zur Zeit von den Marokkanern annektiert.) Vor über 30 Jahren hat mit der Befreiungsbewegung „Frente Polisario“ der nur teilweise anerkannte Staat DARS in den Wüsten Algeriens Zuflucht gefunden.   Ignaz kam in Wien zur Welt. Seine leibliche Mutter reiste nach seiner Geburt sofort wieder in die Flüchtlings-Zeltstädte im Nordwesten Algeriens zurück. Er kam als Findelkind in das Haus von Erika Pluhar und wurde dort von deren Tochter Anna Proksch aufgezogen. ANNA wurde und war ihm voll und ganz Mutter, obwohl „die Oma“ ihn adoptierte und vor dem Gesetz also zwei Kinder hatte, Anna und ihn. Ignaz wurde familiär und von Freunden IGI genannt. Er ging in Grinzing in den Kindergarten, in die Volksschule, schließlich ins Gymnasium, und fühlte sich trotz der Rassismen, die er natürlich auch erlebte, immer als Wiener. Als er 15 war, starb Anna. Dieser Schicksalsschlag wurde für ihn und seine Großmutter ein Einbruch ins Leben, den beide nur mit Mühe bewältigen konnten. Aber gemeinsam und mit Liebe und Geduld schafften sie es. Er maturierte, absolvierte den Militärdienst, und besuchte danach drei Jahre lang eine erste Wiener Filmschauspieler-Academy, die er mit Erfolg abgeschlossen hat. Seine Zukunfts-Perspektiven gehen alle in Richtung Film. Nach wie vor wohnt Ignaz im Haus seiner Oma Erika Pluhar in Grinzing. Sie plant jetzt, mit ihm die Stätte seiner Herkunft zu besuchen. Da er nicht schmerzlich nach „seinen Wurzeln“ Ausschau hält - Anna war dem Kind stets zur Gänze der Mensch, auf dem es wurzeln konnte - bietet es sich ohne voyeuristischer Gefährdung an, diese seine erste Wüsten-Reise und die Begegnung mit den Konditionen der Polisarios zu dokumentieren. Großmutter und Enkelsohn sind filmisch geschult, interessiert und motiviert.  Sie würde diese Dokumentation als Regisseurin verantworten, er als „Darsteller“, der Persönliches erlebt und sich darauf einläßt, es auch zu zeigen. Beide lieben Afrika und würden diesen einen afrikanischen Aspekt - unter so vielfältig anderen, die dieser riesige geschundene Kontinent bietet - mit Leidenschaft und Zuneigung filmisch erzählen. Die Mixtur aus persönlichem Erleben und der Schilderung fremder menschlicher Lebenszustände würde wohl den Reiz dieser Dokumentation ausmachen.